Der Schiffsfahrstuhl mit Aussicht

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Das Schiffshebewerk Niederfinow ist ein richtiger Besuchermagnet und das zu Recht. Es kann mit einigen Superlativen aufwarten. Für alle, die nicht wissen, was ein Schiffshebewerk ist, hier folgende Eigenerläuterung. Der Oder-Havel-Kanal muss auf seinem Weg mehrere Höhenunterschiede nehmen. Das Schiffshebewerk hilft dabei einen 36-Höhen-meterunterschied zu überwinden. Früher gab es dafür nebenan 4 Schleusen, die dass über- nommen haben. Das hat aber zu lange gedauert (ca. 2 Stunden) für den anfallenden Handelsverkehr und die Schiffgröße wurde auch zum Problem. Also wurde ein Fahrstuhl für Schiffe gebaut. Die Schiffe fahren in den Trog, der dann an der offenen Seite geschlossen wird. So kann das Schiff im Trog schwimmend mit 12 cm in der Sekunde die 36 m überwinden und braucht

somit nur noch 20 Minuten. Auf dem oberen Bild ist der Weg nach oben schon zu erkennen. Hier rechts im Bild befinden wir uns gerade beim Aufstieg und unter dem Kanal mit Blick auf den Kanal. Eine witzige Mischung und ein komisches Gefühl. Auf dem Weg nach oben kommen noch verschiedene Informationstafeln. Der Weg ist serpentinenartig angelegt, also auch gut für Kinderwägen und Rollstühle geeignet. Kurz vorm Ende des Anstieges kommt aber leider eine Treppe. Also nur eine bedingte Eignung. Für diese gibt es aber auch ein kosten- und barrierefreies Infozentrum mit tollen Modellen und Bildern.

Oben angekommen kann man je nach Wetterlage einen grandiosen Ausblick genießen. Das Niederoderbruch liegt uns zu Füßen und wir können die Neuenhagener Oderinsel sehen. Besonders beeindruckend finde ich, dass flache Landschaften an Endmoränen angrenzen. Man kann mit einem guten Auge auch den Bismarckturm erspähen. Der Blick von dort oben lohnt sich ebenfalls. Im nächsten Jahr werde ich diesen im Rahmen des Turmdiploms hier mit einbringen. Am Hebewerk sind Bilder vom Bauprozess angebracht und eine Plakette als Denkmal deutscher Ingenieurskunst.

Wenn man dort ist, kann man meistens sogar den Hebe- und Senkvorgang des Trogs ansehen. Mal kommen Lastenkähne, mal Sport- und Ausflugsboote. Hier im Bild wird deutlich, warum ein größeres Hebewerk benötigt wird. Der Lastkahn besteht aus 2 Lastsegmenten und dem Antriebskahn. Alle 3 Teile passen nicht mit einmal rein, kommen aber sehr oft vor. Im ersten Schritt wird also das 1. Glied nach unten gefahren und per Seilwinde aus dem Trog gezogen. Danach fährt das Hebewerk leer wieder hoch um Teil 2 & 3 im nächsten Schritt herunterzufahren. Also alles ein großer Aufwand für beide Seiten.

Weiter an der Galerie des Hebewerkes entlang hat man dann einen tollen Blick auf den Bau des neuen Schiffshebewerkes. Diese sollte natürlich schon fertig sein, vielleicht wird es ja noch etwas vor dem BER. Die reine Fahrzeit soll dann ca. halbiert sein, im Vergleich zum alten Hebwerk. Dadurch soll der gesamte Schleusungsvorgang auf 16,5 Minuten schrumpfen. Ich freue mich schon, wenn der Besucherweg erweitert und freigegeben ist. Dann kann man alt und neu schön vergleichen und Unterschiede feststellen. Das alte Schiffshebewerk soll auch nach Fertigstellung des neuen in Betrieb bleiben.

Wieder unten, beim Parkplatz gibt es auch viele Möglichkeiten sich den Bauch rund zu futtern. Man kann auch eine touristische Bootsfahrt mitmachen und den Fahrstuhl dadurch nutzen. Das ist auch sehr beeindruckend. In der näheren Umgebung gibt es noch viele Sachen zu entdecken. Nur so als Anreiz ein paar Beispiele: Eberswalder Zoo, Kloster Chorin, Straußenfarm Hohenfinow,  Bad Freienwalde und und und. In der Nähe gibt es übrigens auch gutes Bier. Am Bahnhof Niederfinow befindet sich das Barnimer Brauhaus. Viel Spaß beim Entdecken des Bauwerkes und der Landschaft.

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