Postapokalyptischer Museumspark in Rüdersdorf

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Keine Sorge, es hat keine Apokalypse statt gefunden. Zur Namensgebung komme ich bei den letzten Bildern vor der Bildergalerie. Diesmal Rüdersdorf, der Museumspark. Es lohnt sich oftmals zu recherchieren, was sich genau hinter den weiß-braunen Schildern auf der Autobahn verbirgt. So bin ich nämlich auf den Museumspark aufmerksam geworden. Auf dem ersten Bild sehen wir eine alte Kanalbrücke. Dieser hat den Lauf der Zeit aber nicht überdauert. Wir befinden uns auf dem Gelände einer Kalksteingrube. Hier kommt das Baumaterial für viele Berliner Pracht-bauten her. Dieser Kanal diente dem Transport von Gestein auf Schiffswegen  aus dem Tagebau. Dieser Tagebau diente auch schon als See. Das Grundwasser stieg an als im 19. Jhd kein Abbau

statt fand. Seit dem wieder abgebaut wird, ist der See natürlich wieder weg. Auf diesem Bild ist ein sogenannter Rumfordofen zu sehen. Dieser ist auch der erste seine Art und erlaubte Branntkalk industriell zu brennen und das ohne Verunreinigungen durch das Feuer. Das Gebäude ist heute auf drei Etagen zu besichtigen. Der erste Weg führt durch das Erdgeschoss des Ofens und danach geht es in den Keller. Man bekommt das Gefühl in die Vergangehit gereist zu sein und in den Gewölben einer Burg unterwegs zu sein. In der Bildergalerie sind noch weitere Fotos von der

Besichtigung des Ofens. Wenn ihr um das Gebäude herum geht, kommt ihr in die 1. Etage. Eine Treppe führt hoch und schon steht ihr, wie hier im Bild zu sehen an der frischen Luft und im Ofen. Die schönen Rundbögen hatten meinen mittelalterlichen Eindruck noch verstärkt. Dabei wurde der Ofen 1804 in Betrieb genommen und gebaut. Wir sind dann weiter zum Bohlenbinderdachhaus mit eingerichteter Wohnung. Bilder hierzu findet ihr ebenfalls in der Bildergalerie. Von dort aus haben wir uns dann auf den Weg zum Abbruchkantenweg gemacht. Man erhällt einen ersten Eindruck

über die Größe des Tagebaus. In der Bildergalerie ist auch ein Panoramafoto der Grube. Hier im Bild ist der Blick Richtung Abbaustätte gerichtet. Am Ende des Tagebaus kann man gerade noch ein Gebäude wahrnehnmen. Es handelt sich dabei um ein Fabrikgebäude in dem Kalk heute verarbeitet wird. Weiter im Vordergrund sind alte und abgenutzte Abbaumaschinen zu sehen. Immer weiter auf dem Weg an der Kante entlang kommt zu einigen Infotafeln, welche sich mit dem Abbau und Historie des Geländes befassen. Kurz dahinter kommt der Glockenturm. Ein schöner Pausenplatz mit

Aussicht. Dieses burgähnliche Bauwerk ist Teil eines alten Förderliftes, der Seilscheibenpfeiler. Von hier oben wurden Seile in die Grube gespannt und die Loren konnten somit schnell und arbeitnehmerfreundlich heraufgefördert. Beim vorigen Bild ist der Höhenunterschied  gut zu sehen. Vor Ort gibt es auch beschreibende Tafeln mit Bildern. Als ich dieses Bauwerk gesehen habe, dachte ich zunächst an eine Theaterfreiluftkulisse für die schöne Jahreszeit. Im Hintergrund ist eine weitere ältere Förderanlage zu sehen. Beim Herantreten hatte ich hier eine weitere falsche Assoziation. Mir kamen Gedanken an eine Bahn über das

Museumsgelände. Auf dem Weg zum letzten großen Gebäudekomplex konnten wir diese schöne alte Schienenlore entdecken. Gegen aufkeimende Unfugsgedanken ist dieses Gefährt gesichert. Eine kleine Spritztour ist also nicht möglich. Weiter im Hintergrund sind schon einige Schornsteine zu erkennen. Diese gehören zum 2. großen Gebäüde, welches dieser Museumspark bietet und ist genauso beeindruckend wie der alte Rumfordofen. Noch weiter im Hintergrund ist ein altes verlassenes Industriewerk. In der Galerie befindet sich ebenfalls ein Bild dazu. Dieses Bild ist auch wichtig um die Namensgebung dieses Eintrags

zu verstehen. Dieses Gebäude hat den poetischen Namen Rumfordofenbatterie mit 18 Öfen. Auf dem Bild sind die Schornsteine gut zu erkennen. Weitere Bilder befinden sich auch hier wieder in der Bildergalerie weiter unten. Generell lässt sich das Gebäude von oben und/ oder unten erkunden. Wir haben uns für den Weg von oben nach unten entschieden. Wir konnten über einen Steg zwischen den Schornsteinen entlang gehen. Wenn der Blick nach links wandern würde, könnte man das eben schon erwähnte alte und verlassene Industriewerk sehen. Gleichzeitig mit uns kam

ein anderes Paar von der anderen Seite auf den Steg. Es wurde eine Drohne ausgepackt und gestartet. Diese wurde vom Besitzer über das gesamte Gelände des alten Industriewerks und der Rumfordofen-batterie gesteuert und hat Aufnahmen gemacht. ACHTUNG! Ihr braucht dafür eine Genehmigung und müsst einen Betrag an den Museumspark zahlen. Auf dem hier nebenstehenden Bild ist der Mittelgang der Rumfordofenbatterie zu sehen. Auf dem Bild nicht zu erkennen ist, dass viele Fenster an der Decke bereits kaputt sind. Ein herrlich morbider Charm. Nun zur Namens-gebung dieses Artikels. Als wir alleine durch dieses alte verstaubte Gebäude gewandelt sind, konnten wir auf einmal die Drohne hören. Das gesamte Gebäude und die Erinnerung an das nebenan liegende alte Industriewerk versetzte uns beide in eine postapokalyptische Gedankenwelt. Alles ist kaputt, menschenleer und die Maschinen suchen Überlebende um sie einzufangen. Wir haben wohl eindeutig zu viele Filme gesehen. Im Anschluss sind wir auf dem Hauptweg durch den Park zurück zum Ausgang. Ein lohnender Ausflug zu jeder Jahreszeit für die ganze Familie. Gönnt euch den Audioguide, er ist sein Geld wert!

2,26 Meilen * 1,6 = 3,6 Kilometer

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