Wandern macht bewandert! Das Turmdiplom

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Dieser Weg hat es mir angetan! Ich gehe ihn nun schon das 4. oder 5. mal. Als Verstärkung habe ich heute, an Ostersonntag, meine Frau, Brigitte und Joachim dabei (Wanderfreunde aus dem Norden). Das letzte mal bin ich hier mit einer anderen tollen Truppe gegangen. Ich hatte die Wanderjenossen auf diese für Brandenburg untypische Höhenmeterwanderung mitgenommen. Die Wanderjenossen haben dazu bereits im letzten einen Beitrag geschrieben, den ihr hier nachlesen könnt. Nun folgen meine Gedanken und Eindrücke zum Turmwanderweg, der auch Teil des Fontaneweges und des Oderlandweges ist. Wir beghen die Strecke also dreifach. Gleichzeitig möchte ich diesen Weg mit dem Fontanejahr und den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" verbinden. Gestartet wird in Falkenberg, natürlich am Fontaneplatz. Neben dieser Holztafel gibt es auch noch einen Gedenkstein. Wir bringen uns in Bewegung, beschauen die Häuser und sind schnell am Ortsrand und

es geht gleich erst einmal die erste Steigung hinauf.  Auf unserem Weg haben wir heute einige brandenburgische Superlative. Der Flyer zum Turmdiplom verrät uns einiges. Um die 500 Höhenmeter und alleine 425 Turmstufen warten auf euch. Dazu kommen aber noch circa 400 weitere Stufen über den Weg verteilt zwischen Turm 2 und 4. Diese Zahlen sollen euch nicht abschrecken, sie sollen nur den gehörigen Respekt bei euch wecken, der für die Tour angemessen ist. Etwas Gehübung und geschlossenes Schuhwerk sind aber definitiv nicht verkehrt. Wir nehmen erst einmal ordentlich Höhenmeter, was ja gut auf dem Bild zu erkennen ist. Zwischendurch gibt es immer wieder waagerechte Passagen. Nach einer Weile kommt ihr auf eine Art Kammweg und ihr könnt Die Augen gut wandern lassen. Weitere Hügel und das Oderbruch sind zu erspähen. Ihr wandert quasi über den Dingen und könnte den Alltag hinter euch lassen. In mir steigt dort immer ein Mittegebirgsgefühl auf und das in Brandenburg.

Nach einigen Auf und Ab erreichen wir über einen Abzweig zu dem wir später wieder zurückkehren werden zum ersten Turm, dem Bismarckturm. Dieser wurde anlässlich des 80. Geburtstages von Otto von Bismarck errichtet. Seit 1895 steht er dort und ragt 28 Meter über dem Boden hinaus. Am Ende des 2. Weltkrieges stark beschädigt und dann in der DDR in "Turm der Jugend" umbenannt hat er eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Gebaut wurde der Turm auf der Anlage der Burg Malchow. Auch heute sind noch Mauerreeste der Burg vorhanden. Circa 100 Stufen später kann man eine großartige Aussicht genießen. Der Blick reicht tief ins Land und bei gutem Wetter über Grenzen. Zu sehen ist nicht nur das Oderbruch sondern auch das alte und das neue Schiffshebewerk. Orte wie Niederfinow und Liepe lassen sich einfach verorten, genauso wie die Neuenhagener Oderinsel als Erhebung im Oderbruch. Auf der anderen Seite bewaldete Berge, die gerade im Herbst wunderschön von oben anzusehen sind. Das Studium des Umlandes lässt einen eindeutig erkennen, dass wir uns auf einer Endmoräne befinden und das Schmelzwasser und der über die jahrtausende wechselhafte Verlauf der Oder diese Landschaft geprägt haben. Ich hoffe, dass das Panorambild hilft meine Eindrücke zu verdeutlichen. Es ist aber am besten, wenn ihr selbst hinaufsteigt und euch verzaubern lasst. Eine passende Überleitung zu diesem Märchenhaften Platz. Egal mit wem ich hier schon oben war, alle hatten eine Rapunzelassoziation mit diesem Turm. Wem will man dass auch verdenken bei diesem Anblick. Nun weiter, zurück auf den Hauptweg. Von nun an befinden wir uns im Märkischen Bergwanderpark. Wobei ich denke, dass dieser 

eigentlich bis nach Falkenberg reicht. Ein ganzes Stückchen weiter, auf dem es keine nennenswerten Auf- oder Abstiege gab, kommen wir auf dem Watzmann an. Nein, wir haben  uns nicht bis in die Alpen verwandert. Es handelt sich um den Märkischen Watzmann, der mit einer sagenhaften Höhe von 1062 Dezimetern aufwarten kann. An einer Seite des Gipfelkreuzes gibt es ein kleines neckisches Schild, welches ihr in der Bildergalerie entdecken könnt. Weiter geht es meist am Hang entlang und bewegen uns serpentinenartig durch den Bergwanderpark. Mal gehts Auf und mal gehts Ab, der Weg hält uns auf Trab. Sonne, Schatten und Baumarten sind im ständigen Wechsel und unser Verstand hat sich aus Brandenburg entfernt. Hier in diesem Berwanderpark, dass kann unmöglich Brandenburg sein. Und doch es ist so. Wir leben hier in einem so schönen und abwechslungsreichen Bundesland. So langsam ist es Mittagszeit und Hunger und Durst plagen uns. Ein paar Meter noch, dann geht es

runter an den Teufelssee. Hier wartete ein schöner und sonniger Pausenplatz auf uns. Trinken, essen, gut gehen lassen. Ein wirklich schöner Ort, der so einen düsteren Namen nicht verdient hat. Früher hieß der See auch "Schwarzer See". Warum und woher die Namensänderung kam ist unbekannt. Es wird auch nichts mit dem Biber zu tun haben, der sich sehr wohl zu fühlen scheint. Überall am Seerand sind angenagte und abgefressene Bäume und Äste zu finden. Biberburgen sind auch zu finden, nur der den scheuen Biber trifft man nie an. Neben uns tummeln sich hier SpaziergängerInnen, Familien und auch andere WanerInnen. Ein wirklich beliebtes Fleckchen, besonders zu Ostern. Der Weg führt uns in Richtung B167 zum Ortseingang. Kurz vorher geht es aber wieder in den Wald hinein und auf den Berg hinauf. Der Zivilistaion knapp entwischt keuchen wir die Höhenmeter hoch. Noch etwas Wald und dann kommen wir oberhalb des "Haus der Naturschutzpflege" aus dem

Unterholz und können uns Turm Nummer zwei, den "Eulenturm" zu Gemüte führen. Dazu müssen wir erst einmal über das liebevoll gestaltete Gelände dieser Naturbildungsstätte, welche auf Erna und Kurt Kretschmann zurückgeht. Kurt ist auch der Erfinder der Naturschutzeule und deshalb heißt auch unser zweiter Turm Eulenturm. Für meine Frau ist die Begegnung mit dem Gelände eine Besonderheit. Vor über 10 Jahren hat sie hier ihr freiwilliges Ökologisches absolviert. Wir haben also unsere Privatführerin auf dem Gelände. Der Eulenturm ist der kleinste der 4 und verfügt auch nicht über eine so grandiose Aussicht wie anderen, dafür ist man direkt in den Baumkronen und kann sich die oberen Stockwerke eines Baumes und dessen Blattwerk mal genauer unter die Lupe nehmen. Auf dem Gelände haben wir dann noch an verschiedenen Stellen versteckte Ostereier gefunden (siehe Bildergalerie). Nach Kaffee, Kuchen und einem Bier sind wir dann weiter an der Hauptstraße ent-

lang, hinab ins Tal und siehe da, der 3. Turm. Der Schanzenturm (rechte Skisprungschanze) verlangt uns viele Höhenmeter und Stufen ab. Bis zum Fuße des Turms habe ich bereits über 200 Stufen gezählt, die nicht in den Turmstufen enthalten sind und dann gehts erst den Turm hoch. Puh, dass war anstrengend und doch lohnenswert. Die "Höhenluft", der frische Wind und die fabelhafte Aussicht lassen alle Strapazen verblassen. Hier oben, auf dieser Sommerschanze mekrt man erstmal, wie viel Mut Skispringer wirklich aufbringen müssen und warum die Windrichtung und -stärke so entscheidend ist bei dieser Sportart.

9,3 Meilen * 1,6 = 15 Kilometer

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